Nicht jedes Stück, das unsere Werkstatt verlässt, ist ein klassischer Bucheinband. Für die Stadt Stuttgart haben wir kürzlich eine Postmappe gefertigt, die allein durch ihre Abmessungen aus dem Rahmen fällt: Mit einer Länge von 2,86 Metern benötigt sie einen eigens dafür angefertigten Tisch in Überlänge.

Postmappen – auch als Pultordner oder Fächermappe bekannt – dienen dem Vorsortieren eingehender Post nach Empfänger, etwa in Ämtern und Behörden. Unsere Ausführung besteht aus einzelnen Hartpappe-Platten mit aufgedrucktem Alphabet, die fest auf eine gewebeverstärkte Unterlage vernietet sind. Die Einteilung folgt dabei nicht starr dem Alphabet, sondern der tatsächlichen Namenshäufigkeit. Viel genutzte Anfangsbuchstaben wie S sind zusätzlich weiter unterteilt in "Sch" und "St", während eher selten vorkommende Buchstaben wie X, Y und Z sich ein gemeinsames Fach teilen. Jedes Fach fasst bis zu 5 cm Post.

Handgefertigt und robust ausgelegt, ist die Mappe auf eine lange Nutzungsdauer im täglichen Betrieb der städtischen Poststelle ausgelegt – eine Sonderanfertigung, die zeigt, wie vielseitig buchbinderisches Handwerk auch abseits klassischer Bucheinbände zum Einsatz kommt.

Vernieten der einzelnen Segmente
Ansicht der fertigen Rückseite.
Vorderseite der Postmappe